10.01.10/ Hochaufgetürmte Tage stürzen ein

2010-01-10 18:00 (Kommentare: 0)

Heute Morgen im Deutschlandfunk ...

Emmy Hennings


Als ich heute Morgen (Sonntag) gegen halb zehn mein Radio einschaltete, erwischte ich die Sendung "Gasse, Gosse, Gitter. Emmy Ball-Hennings, eine Mystikerin der Straße" von Christa Bürger. In dem sehr berührenden Radioessay wurde auch ein Gedicht der fast vergessenen Künstlerin gelesen, das sehr gut zu diesen stürmischen Tagen an der Ostsee passt:

 


Emmy Hennings

Gesang zur Dämmerung
Oktaven taumeln Echo nach durch graue Jahre.
Hochaufgetürmte Tage stürzen ein.
Dein will ich sein -
Im Grabe wachsen meine gelben Haare
Und in Holunderbäumen leben fremde Völker
Ein blasser Vorhang raunt von einem Mord
Zwei Augen irren ruhelos durchs Zimmer
Gespenster gehen um beim Küchenbord.
Und kleine Tannen sind verstorbene Kinder
Uralte Eichen sind die Seelen müder Greise
Die flüstern die Geschichte des verfehlten Lebens.
Der Klintekongensee singt eine alte Weise.
Ich war nicht vor dem bösen Blick gefeit
Da krochen Neger aus der Wasserkanne,
Das bunte Bild im Märchenbuch, die rote Hanne
Hat einst verzaubert mich für alle Ewigkeit

 

Der ganze, sehr lesenswerte Beitrag ist hier zu finden:
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/essayunddiskurs/1101215/

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