13.10.09/ Anschreiben an Verlage

2009-10-13 18:00 (Kommentare: 0)

Eigentlich wollte ich vor der Abreise zur Buchmesse noch das ganze Interview mit Christian Döring zur Situation der Autoren auf dem Buchmarkt online stellen, aber das wird wohl nichts mehr. Immerhin gibt es schon mal einen kleinen Teil, der sich mit dem Anschreiben beschäftigt. Der Rest kommt dann, versprochen, in einer Woche.


Wie verhalte ich mich gegenüber Verlagen, Lektoren, Agenturen? Wie stelle ich es am besten an, dass man einen Kontakt herstellt? Wie konzipiere ich ein Anschreiben? Ist es wichtig, dass man Kontakte hat oder kann man einfach Manuskripte losschicken?

Ich glaube, dass das Losschicken eines Manuskriptes mittlerweile einer Vorbereitung bedarf. Ich glaube aber nicht, dass das Anschreiben an den Verlag eine große Bedeutung hat, wenn minimale Bedingungen erfüllt sind. Dieses Anschreiben sollte kurz sein, es sollte fehlerfrei geschrieben sein. Es reicht durchaus ein Vierzeiler. Ein mittlerweile hochprominent gewordener Autor hat mir am Anfang meiner Lektorentage geschrieben: „Bitte lesen Sie mein Manuskript, das Sie beiliegend finden. Ich freue mich auf eine Antwort. Mit freundlichen Grüßen.“ Das ist völlig ausreichend, denn die Zeitökonomie in den Verlagen hat sich dramatisch zuungunsten von Manuskripten und Autoren gewendet. Die Lektoren müssen sich mit allem möglichen beschäftigen, aber nicht mit den Manuskripten, die da vor ihnen liegen. Das heißt, lange Exposés oder Lebensläufe sind von untergeordneter Bedeutung. Vielleicht sollte aus einem Anschreiben noch deutlich werden, welcher Gattung das Manuskript angehört. Hinter der übermäßigen Beschäftigung mit diesem Thema steckt oft eher die Scheu, das Manuskript überhaupt aus der Hand zu geben, die in den scheinbaren Kompliziertheiten eines Anschreibens kompensatorisch zum Ausdruck kommt.

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