13.11.08/ Prosaseminar mit Martina Hefter

2008-11-13 12:48 (Kommentare: 0)

Arbeit an der Sprache

Der Sprachklang am Anfang eines Buches ist es oft, der einen Lektor zum Weiterlesen verführt. Wenn er hier auf einen besonderen Ton, eine originelle Sprache trifft, liest er weiter. Denn worüber kann der Lektor anfangs sonst urteilen? Die Geschichte erschließt sich erst beim Lesen des gesamten Buches, aber soweit kommt der Lektor meist gar nicht. Doch bei einem ungewöhnlichen Tonfall, einer schönen Wendung oder gelungenen Bildern am Anfang eines Buches horcht er auf und ist eher bereit, sich auf den ganzen Text einzulassen. Deshalb wird es in diesem Seminar weniger um Dramaturgie, als um die Poesie der Sprache in der Prosa gehen. Wie erzeuge ich eine Sprachmelodie, eine Sprachspannung, einen Rhythmus? Wie verändert sich ein Satz, wenn ich ein Wort darin ersetze? Das genaue Hinsehen, das dichte Erzählen wird an diesen zwei Tagen im Vordergrund stehen. Dieses Seminar bietet Raum nicht nur für „große Romane“ und Geschichten, sondern auch für kleine Textformen, Prosaminiaturen, Kürzestgeschichten.


Martina Hefter
verfasst gleichermaßen erfolgreich Lyrik und Prosa. Sie erhielt unter anderem das Hermann-Lenz-Stipendium, das London-Stipendium des Deutschen Literaturfonds und 2008 den Lyrikpreis Meran.

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