16.02.09/ Ein erster und ein letzter Satz ...

2009-02-16 22:00 (Kommentare: 1)

buchreport
Was macht eine gute Kurzgeschichte aus? Ein brillanter erster Satz, der den Leser mitten hinein führt in eine Szene, ein geschickter Spannungsaufbau mit nur einem Wendepunkt, die Einheit von Zeit und Ort, ein sehr überschaubares Figurenrepertoire sowie ein möglichst offenes Ende. Aber auch eine gute Montage kann aus einer konventionell erzählten Geschichte eine spannende machen. Entscheidend ist aber wohl, wie wir auch im Seminar "Short! Story!" immer wieder feststellen mussten, das szenische Erzählen: Dem Leser Raum für eigene Bilder lassen, nicht alles "auserzählen", zeigen, nicht sagen!
Der Schriftsteller Ralf Rothmann meint dazu: „Wenn Sie den Satz schreiben: ‚Das Zimmer war unaufgeräumt.‘ Dann ist das kein literarischer Satz, es ist eine grobe Beschreibung, vor allem aber ist es eine Meinung, denn das, was Sie für unaufgeräumt halten, muss ja ich nicht dafür halten. Wenn Sie aber das Zimmer so beschreiben, dass der Leser sagt ‚Mann, was ist das für ein Saustall‘, dann haben Sie Literatur gemacht.

Dies alles und viel mehr war Gegenstand des 2. Seminars der Textmanufaktur, mit Franziska Gerstenberg, das wirklich Spaß gemacht hat.

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