18.01.10/ Wer bekommt den Lorbeer?
2010-01-18 18:00 (Kommentare: 0)
Interview mit der Leipziger Internetzeitung
Wie sieht es denn aus mit dem neuen Werner-Bräunig-Literaturpreis,
der am 13. März erstmals vergeben werden soll? Wieviel Kandidaten hat
die Textmanufaktur schon gekürt dafür?
Es gibt eine Longlist von 15 Kandidaten, die über das Jahr 2009 aus den
Seminaren der Textmanufaktur ausgewählt wurden. Diese Autorinnen und
Autoren sind in einer Anthologie vertreten, die der Textmanufaktur
Verlag herausgibt. Und aus ihnen wählen das Aufbau-Lektorat und ich die
aussichtsreichsten 6 Finalisten für das Wettlesen am 13. März aus. Der
Sieger erhält einen mit 5.000 Euro dotierten Verlagsvertrag mit dem
Aufbau Verlag.
Warum wurde Werner Bräunig als Namenspatron erkoren?
Hier gibt es viele Bezüge: Zum einen der Bezug zur Region. Bräunig
wurde in Chemnitz geboren, hat in Leipzig am Literaturinstitut
unterrichtet und ist in Halle gestorben. Sein Leben ist also sehr eng
mit dem sächsisch-mitteldeutschen Raum verbunden. Bräunig war kein
Elfenbeinturm-Autor. Er hat viel gejobbt, kam aus dem "richtigen"
Leben, wie viele der Teilnehmer an den Textmanufaktur-Kursen auch. Und
gerade hier versteckt sich oft interessante, erfahrungssatte Prosa.
Beeindruckt hat mich auch seine Kompromisslosigkeit. Und das sind viele
Autoren der Textmanufaktur auch: Sie schreiben hartnäckig neben Arbeit
und/oder Familie an ihrem Roman und feilen an ihren Sätzen.
Ein weiterer Aspekt ist das Grenzüberschreitende. Bräunig hat sich in
Westdeutschland als Gelegenheitsarbeiter durchgeschlagen, kam dann
wieder zurück in den Osten. Der Werner-Bräunig-Literaturpreis soll also
mitnichten ein „Ost-Preis“ sein, sondern gerade die Grenzüberschreitung
betonen. Es geht um ungewöhnliche, gute, lebensgetränkte und
authentische Prosa, egal ob der Autor/die Autorin aus Berlin, München
oder Wien kommt. Ein letzter Aspekt: Mich begeistert an Bräunig vor
allem, dass er sowohl Geschichten erzählen als auch wunderbar mit
Sprache umgehen kann. Das ist, wenn man so will, das Ideal, an dem die
Texte gemessen werden.
Das ganze Interview finden Sie hier.
