Titus Müller und Kathrin Lange sind zwei professionelle Autoren, die sich vor allem im Bereich des historischen Romans einen Namen gemacht haben. Beide können längst vom Schreiben leben – und leben es mit Leidenschaft. Im Interview sprechen sie über neue Entwicklungen im Buchmarkt und den Ursprung ihrer Geschichten, darüber, ob das Internet unsere Lesegewohnheiten verändert und warum man sich ab und zu mal am Bahnhof eine amerikanische Angelzeitschrift kaufen sollte.
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In hochherrschaftlichen Räumen in der Prinz-Eugen-Straße in Wien, direkt gegenüber dem Belvedere-Park, residiert seit 1925 der Zsolnay Verlag. Das erste Buch, das Paul Zsolnay 1924 verlegte, war Franz Werfels „Verdi. Roman der Oper“. Der Roman sollte sich bis 1930 über 200.000 mal verkaufen. Nach einer wechselvollen Geschichte unter verschiedenen Eigentümern gehört Zsolnay/Deuticke seit 1996 zum Hanser Verlag. Bestseller-Erfolge wie die Bücher von Henning Mankell oder Daniel Glattauer erlauben dem Verlag auch das Entdecken neuer Talente. Die Lektorin Bettina Wörgötter führt durch die hohen Altbauräume und erzählt aus der bewegten Verlagsgeschichte, deutet auf die wandhohen Schränke mit Manuskripteingangsbüchern, in denen seit 1924 jedes unverlangt eingesandte Manuskript penibel registriert wird. Zum Beispiel auch „Der Mann ohne Eigenschaften“. „Leider abgelehnt“, sagt sie lachend.
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